Das Ende des Casino-Kapitalismus ?
Eine Veranstaltungsreihe zur Finanz- und Staatenkrise
Das Ende des Casino-Kapitalismus ?
Eine Veranstaltungsreihe zur Finanz- und Staatenkrise
Donnerstag, 01. Dezember, 20.00 Uhr,
Eintritt: 6€, erm. 4€
Film:

USA 2009, 127 Min. R: Michael Moore
Michael Moore kehrt mit “Kapitalismus: Eine Liebes-geschichte” zurück zu der Frage, die vor 20 Jahren bereits seine Karriere eingeleitet hat: Welche Auswirkungen hat das desaströse Verhalten von Großunternehmen und ihr ungebändigtes Profitstreben auf das Leben der Menschen? Nach “Roger & Me”, “Bowling for Columbine”, “Fahren- heit 9/11” und “Sicko” untersucht er nun gewohnt kritisch und mit bissigem Humor die Ursachen und Auswirkungen der globalen Finanzkrise.
Donnerstag, 08. Dezember, 20.00 Uhr,
Eintritt: 4€, erm. 2€
Vortrag und Diskussion:

Casino-Kapitalismus
Wir erleben die schwersten Turbulenzen des Finanzsystems seit der Weltwirtschaftskrise 1929. Der ehemalige Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, spricht zu Recht von einer Systemkrise. Auch wenn Banker und Politiker das baldige Ende der Krise beschwören, werden uns die Wertverluste noch Jahre begleiten. Statt einer Verringerung der Sprengkraft müssen wir von der Möglichkeit einer »Kernschmelze« des weltweiten Finanzsystems ausgehen. Denn wir sind nicht einfach mit den Folgen einiger spekulativen Transaktionen konfrontiert. Vielmehr hat sich das Finanzsystem von dem realen Verwertungsprozess des Kapitals entkoppelt. Der Kern der Krise liegt in einer massiven Kredit- und Vermögensblase. Die globale Finanzkrise trifft nicht nur die Finanzmärkte und es geht auch nicht allein um die Bewältigung der sich anbahnenden Weltrezession. Es ist mehr zusammengebrochen: Die neoliberale Ideologie hat einen Vernunft- und Glückszusammenhang zwischen Individuum und Globalisierung versprochen, der nun mit dem Platzen der Vermögensblase auch ökonomisch am Ende ist.
Von der Finanz- zur Staatenkrise
Casino - Kapitalismus
Profit wird heute weniger mit der Produktion von Waren erzielt als durch Geschäfte auf dem Finanzmarkt. Laut dem Amtsblatt des Wirtschafts- und Sozialausschusses der EU ist der Gesamtwert der Finanztransaktionen vom 15- fachen des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (1990) auf das 70-fache (2007) angestiegen. Der Transfer riesiger Summen in die Geldmärkte hat Spekulations- und Kreditblasen entstehen lassen. 2007 löste das Platzen der Immobilienblase in den USA die größte Finanzkrise aller Zeiten aus. Nachdem Billionen von Dollar Steuergelder zur Stützung der beteiligten Banken aufgewendet wurden, hat sich die Krise nun zu einer Staatenkrise ausgeweitet.Zur Sicherung der Zinsgewinne auf staatliche Schuldscheine werden die Bevölkerungen ganzer Länder in Haftung genommen. Den GriechInnen beispielsweise werden Renten- und Gehaltskürzungen, Mehrwertsteuererhöhung und der Ausverkauf des öffentlichen Eigentums (Transport, Wasser, Energie, Gesundheit etc.) aufgezwungen. Als Ursache der Finanzkrise wird die Verschuldung und die fehlende Sparpolitik von Staaten benannt. Der Sündenbock ist schnell gefunden: Griechenland. Von den eigentlichen Verursachern auf den Finanzmärkten wird dadurch abgelenkt. In Deutschland findet man sich augenblicklich „nur“ mit Sparprogrammen in Folge der Verschuldung von Staat und Kommunen konfrontier, zudem mit einem ausgeweiteten Niedriglohnsektor, unter dem sich Armut bei voller Erwerbstätigkeit verschärft. In der Folge dieser Entwicklungen wächst die Kluft zwischen Arm und Reich weltweit. Dringende Maßnahmen zur Verhinderung eines Umwelt- und Klima-GAUs werden ausgesetzt. Statt dessen werden militärische Optionen zur Sicherung der Rohstoffe und Handelswege verfolgt, die sich in Deutschland an der Abschaffung der Wehrpflicht und der Ausrichtung der Bundeswehr zu einer Eingreiftruppe im Ausland ablesen lassen.
Staatenkrise
Der Unwille und die Unfähigkeit von PolitikerInnen, an diesen Verhältnissen trotz Andauern der Krise etwas zu ändern, hat zu einem Legitimationsverlust geführt. Pro- test- und Widerstandsbewegungen jenseits traditioneller Parteien und Organisationen treten in Chile, Australien, England, den USA, Israel, Spanien, Italien, Griechenland und Deutschland mit Platzbesetzungen, Demonstrationen und Generalstreik auf.

Mit der Veranstaltungsreihe wollen wir die aktuelle Situation beleuchten. Michael Moores Film zeigt die Folgen der Krise aus der Perspektive der betroffenen Menschen. Joachim Bischoff wird den inhaltlichen Zusammenhang herstellen und Perspektiven diskutieren.
Programm-Flyer hier zum Download: Casino-Kapitalismus.pdf
Zum Thema „Wer kriegt eigentlich die Krise ? – Antworten von unten: Organisierung, Com- mons, Widerstand“ veranstaltet die ALSO ihr jährliches Symposium am 03.12.2011 in der Carl von Ossietzky-Universität.
In der Zeit von 11.00 Uhr bis 20.00 Uhr werden in Vorträgen und Diskussionsrunden Ansätze einer Organisierung gegen die Spar- und Privatisierungspolitik behandelt.
in Kooperation mit:
Besetzung der Plaza Cataluna in Barcelona